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Virulenzfaktoren von E.coli aus gewaschenen Kolonbiopsien von Patienten mit kolorektalen Neoplasien

by Gudzuhn, Andrej

Abstract (Summary)
Hintergrund: Die Pathogenese nicht-familiärer kolorektaler Neoplasien ist heute noch nicht bekannt. Die Besonderheiten der Epidemiologie der Erkrankung sprechen für die Beteiligung von Umweltfaktoren, wie sozioökonomischer Faktoren, der Ernährung oder der bakteriellen Flora des Darmes. Eine intrazelluläre, von E.coli dominierte Flora wurde in Kolonbiopsien dieser Patienten beschrieben. Methoden: Es wurden Virulenzfaktoren von Escherichia coli untersucht, die aus gewaschenen koloskopischen Biopsien von 43 Patienten mit kolorektalen Adenomen und Karzinomen isoliert worden waren. 100 Stämme wurden mittels PCR auf Gene für folgende Virulenzfaktoren untersucht: s-Fimbrien (sfa), pyelonephritisassoziierter Pilus (pap), Hämolysin A (hlyA), hitzestabiles und -labiles Toxin (ST, LT, EAST), Intimin (eae), Verotoxin (stx), Invasionsplasmid (ipa), cytolethal distending toxin (cdt) und cytotoxic necrotizing factor 1 (cnf1). Für die Kontrollgruppe wurden E.coli aus Biopsien von 55 Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und unspezifischer Kolitis, von 16 Patienten mit Colon irritabile (IBS) und aus Stuhlproben von 29 gesunden Probanden isoliert und untersucht. Ergebnisse: Bei 69% der Patienten mit kolorektalen Karzinomen und bei 58% der Patienten mit kolorektalen Adenomen wurde mindestens einer der Virulenzfaktoren gefunden, dagegen nur bei 25 bis 39% der IBS- und CED- Patienten sowie der gesunden Probanden (p<0,05). Ein typisches Muster der Virulenzfaktoren lag dabei nicht vor. 63% der Karzinom- und 50% der Adenompatienten waren für einen der Adhärenzfaktoren pap oder sfa positiv, dagegen nur 27% der CED- und IBS-Patienten und 24% der gesunden Probanden. Cdt kam bei 14% der Neoplasiepatienten vor, aber nicht bei IBS- Patienten oder Gesunden. Hämolysin A und cnf1 waren mit 26% bzw. 16% bei Neoplasiepatienten zwar häufiger als in den Kontrollgruppen, dennoch war der Unterschied nicht signifikant. ST, LT und eae wurden selten oder gar nicht gefunden. Schlußfolgerungen: Eine Besonderheit der Besiedlung der Kolonmukosa bei Patienten mit Neoplasien im Gegensatz zu Patienten mit CED und IBS sowie gesunden Probanden ist das signifikant häufigere Vorkommen virulenter E.coli, die heterogen im Muster ihrer Virulenzfaktoren sind.
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Bibliographical Information:

Advisor:

School:Humboldt-Universität zu Berlin

School Location:Germany

Source Type:Master's Thesis

Keywords:Medizin Virulenzfaktoren von E.coli

ISBN:

Date of Publication:07/27/2004

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