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Untersuchungen zur Keimreduktion im Wurzelkanal

by Barthel-Zimmer, Claudia R.

Abstract (Summary)
In der vorliegenden Arbeit wurden vier Studien vorgestellt, die sich mit der Notwendigkeit und Art medikamentöser Einlagen im Rahmen von Wurzelkanalbehandlungen beschäftigen. In Studie 1 wurde in vitro untersucht, in wieweit Kalziumhydroxid in der Lage ist, bakterielle Endotoxine zu neutralisieren. Hierzu wurde die TNFalpha-Ausschüttung menschlicher Monozyten als Indikator für die biologische Aktivität von Escherichia coli LPS bestimmt. Aus der Studie konnte geschlossen werden, E. coli LPS durch Kalziumhydroxid neutralisiert werden kann. In Studie 2 wurde die Keimreduktion durch Kalziumhydroxid und Chlorhexidin (CHX) in einem In-situ-Modell untersucht. Die Wurzeln extrahierter menschlicher Zähne wurden in intraoral zu tragende herausnehmbare Apparaturen einpolymerisiert und von zwei Freiwilligen jeweils für eine Woche getragen. So konnte eine Besiedlung der Wurzelkanäle durch orale Mikroorganismen stattfinden. Vor und nach Applikation von Kalziumhydroxid und CHX in verschiedenen Darreichungsformen wurde die Keimzahl im Wurzelkanal bestimmt. Kalziumhydroxid-Paste und 5%iges CHX-Gel führten zu einer signifikant besseren Keimreduktion als in Guttaperchaspitzen integriertes Kalziumhydroxid oder CHX. In Studie 3 wurde die Re-Infektion des Wurzelkanals nach Füllung in vitro untersucht. Hierbei wurden adhäsive (Clearfil, CoreRestore) und nichtadhäsive provisorische Füllungsmatierialien (Ketac-Fil, IRM) als Deckfüllungen appliziert und die bakterielle Passage über einen Zeitraum von einem Jahr bestimmt. Nach diesem Zeitraum war in allen Gruppen eine ähnliche Anzahl undichter Proben zu finden. Es wurde die Schlußfolgerung gezogen, dass wurzelkanalgefüllte Zähne möglichst innerhalb der ersten drei Monate nach Obturation eine definitive Versorgung erhalten sollten. In Studie 4 wurde die Re-Infektion gefüllter Wurzelkanäle nach vorheriger medikamentöser Einlage mit Kalziumhydroxid, CHX oder Ledermix in vitro untersucht. Ab dem achten Monat zeigten die mit Kalziumhydroxid behandelten Zähne bis zum Ende des Experimentes nach 12 Monaten signifikant weniger undichte Proben als die Zähne aller anderen Gruppen. Kalziumhydroxid ist unter dem in dieser Studie beleuchteten Aspekt als günstigste Zwischeneinlage zu sehen. Unter Berücksichtigung aller vorgestellten Studien darf die Empfehlung ausgesprochen werden, im Falle der Behandlung eines infizierten Wurzelkanals eine mindestens einwöchige medikamentöse Einlage mit Kalziumhydroxid vorzunehmen, da hierdurch bakterielle Endotoxine neutralisiert werden, die Zahl der Mikroorganismen im Wurzelkanal signifikant reduziert und ein prolongierter Schutz vor Re-Infektion des nachfolgend obturierten Wurzelkanals erreicht wird. Nach Wurzelkanalfüllung sollte möglichst schnell eine dichte, adhäsiv befestigte provisorische oder definitive Deckfüllung appliziert werden, um Schutz vor einer Re-Infektion des Wurzelkanalsystems zu gewährleisten.
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Bibliographical Information:

Advisor:

School:Humboldt-Universität zu Berlin

School Location:Germany

Source Type:Master's Thesis

Keywords:Medizin Desinfektion des Wurzelkanalsystems

ISBN:

Date of Publication:10/11/2001

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